Die Politeiai des Aristoteles und ihre Beziehung zu den Nomima Barbarika

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Gertrud DIETZE-MAGER

Abstract

Die Politeiai und die Nomima barbarika sind beides fragmentarische Werke des Aristoteles mit historischem Inhalt (die Dikaiomata, denen ein eigener Aufsatz gewidmet ist, sind ein drittes fragmentarisches Werk dieser Art). Es handelt sich um eine Sammlung von Verfassungen im Wesentlichen hellenischer Poleis und -bemerkenswerterweise- auch hellenischer ethne auf der einen, und eine Sammlung der Sitten barbarischer Völker auf der anderen Seite. Während aus den Politeiai in den Werken späterer Autoren hunderte von Fragmenten überliefert sind, besitzen wir nur eine Handvoll von Fragmenten aus den Nomima barbarika. Die Nachrichten über die Gesamtzahl der Politeiai liegen je nach Quelle weit auseinander und reichen von 158 bis 255. Der Aufsatz versucht eine Erklärung für diese bisher nicht untersuchte Tatsache anzubieten: es gibt Hinweise dahingehend, daß zu einem Zeitpunkt relativ bald nach dem Tod des Aristoteles eine gemeinsame Ausgabe der Politeiai und der Nomima barbarika in Umlauf war, während beide Sammlungen gleichzeitig auch getrennt zirkulierten. So wurden die Politeiai manchmal zusammengezählt mit den Nomima, was zu einer höheren Gesamtzahl, und im Laufe der Zeit zu einer Verwirrung hinsichtlich der beiden Sammlungen führte. Der Aufsatz beleuchtet auch die Frage nach Struktur und Inhalt der einzelnen Politeiai im Vergleich zu den Nomima barbarika.

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